Übeschwemmungen in Oituz

Das Wasser fliesst ab, die Solidarität bleibt.

Nach heftigen, anhaltenden Regenfällen kam es Anfang Juli in Rumänien zu schweren Überschwemmungen. Auch die Gemeinde Oituz im Landkreis Bacău wurde von den Wassermassen nicht verschont. Von den Abhängen der Hügel rund um den Ort sammelte sich das Wasser im Oituz-Fluss, liess diesen anschwellen und über die Ufer treten.


Corneliu Bulai, Regionalsekretär Kolping Moldau und Leiter der Kindertagestätte in Oituz, schreibt dazu:

Besonders betroffen ist ein in unmittelbarer Nähe des Flusses gelegener Ortsteil. Hier wohnen 13 Familien, die alle von der Sozialhilfe abhängig sind. Für diese Leute war die einzige Verbindung zum Dorf bisher ein Steg, welcher durch das Hochwasser zerstört wurde. Die Menschen wurden so quasi über Nacht von der Umwelt abgeschnitten. Nun bleibt ihnen, um ins Dorfzentrum zu gelangen, nur noch ein langer und gefährlicher Umweg dem Flussufer entlang, durch Morast und durch die Gärten anderer Anwohner.

16 Kinder aus diesen Familien sind traumatisiert nach der Flucht vor den Wassermassen verbunden mit der Angst, nicht mehr nach Hause zurückkehren zu können.

Freiwillige der Kolpingsfamilie Oituz, zusammen mit dem Pfarrer Farțade Bernardin, haben als einzige Helfer den Weg zu den 13 Familien auf sich genommen, um Grundnahrungsmittel zu überbringen, aber auch um moralische Unterstützung in diesen schweren Momenten zu leisten. Die Lebensmittel wurden vom örtlichen Supermarkt „Central“ gespendet, dazu gab es noch die Unterstützung der Franziskanerschwestern aus Satu Nou.

Weiter haben wir am Samstag, 7. Juli in der Kolping-Kindertagesstätte, wieder unterstützt durch Freiwillige, einen Erlebnistag für die betroffenen Kinder aus den 13 Familien veranstaltet. Spiele, Wettbewerbe, Gesprächsrunden, eine Andacht, gemeinsames Mittagessen – ein Tag der Freude, an dem die Kinder einfach Kinder sein durften. Am Erlebnistag nahmen zudem Kinder aus dem Nachbardorf Ferăstrău teil, welches von den Überschwemmungen ebenfalls heimgesucht wurde.

Diese Hilfsaktionen konnten natürlich keine Probleme lösen; aber wir wünschen uns, dass sie auch ein Anstoss sein mögen für andere Einwohner, ebenfalls Eigeninitiative zu entwickeln und Hilfe zu leisten, statt bloss Fotos für Facebook zu machen und dann gleichgültig nach Hause zu gehen, weil das Unglück sie selber ja nicht getroffen hat.

Wir danken allen freiwilligen Helferinnen und Helfern sowie allen, die uns unterstützt haben bei diesem bescheidenen Akt der Solidarität mit unseren Mitmenschen in einer Notlage.



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